Archive for Februar 2007

Zeit, Gas zu geben

Sachsen - das Land meiner Träume! 800 Vollidioten allein bei einem einzigen Fußballspiel (Lok Leipzig gegen Erzgebirge Aue). Was daran noch Spiel sein soll, bleibt schleierhaft. Und wie auf all das reagiert wird, ist lachhaft.

Da erzählte mir neulich eine Taxifahrerin, sie würde keine Schwarzen mitnehmen, weil die doch immer so schnell zuschlügen.

Also, wäre ich im Taxigewerbe: Ich würde keine sächsischen Männer mitnehmen. Die machen das offensichtlich ebenso häufig. Oder schere ich da zu viele zu sehr über einen Kamm? Also gut. Dann eben so: Keine sächsischen Männer ohne Haare, ohne Hirn und ohne Manieren. Und wenn die dann noch vom sechstklassigen Ligakick kommen, bleibt nur eins:

Zeit, Gas zu geben!


Add comment Februar 13, 2007

Schnüffelzeit

Lieber Herr Innenminister,

gerne lade ich Sie ein, ein wenig herumzuschnüffeln auf meinen Festtagsplatten. Sollten Sie besondere olfaktorische Wünsche haben, versuche ich diese für Sie zu realisieren. Vielleicht eine schöne Rotweinnote? Oder der Zunder eines Basaltbaumes? Oder eher doch die Wäsche meiner Freundin? Sagen Sie einfach Bescheid! Denn den Schnüffelspaß wollen und sollen Sie doch sicherlich so richtig auskosten!

Hochachtungsvoll: Ihre Ephemeridenzeit


Add comment Februar 6, 2007

Zeitlose Erinnerung

Der US-amerikanische Evolutionsbiologe Jared Diamond beschäftigt sich in seinem jüngsten Buch ‘Kollaps’ mit der Frage, warum manche Kulturen sich dem Wandel der Umwelt anpassen konnten und warum andere durch Übernutzung ihrer natürlichen Ressourcen und Fehleinschätzungen über zukünftige Entwicklungen zu Grunde gegangen sind.

Als Beispiel führt er die Menschen der Osterinseln an, die irgendwann im Verlauf ihrer Geschichte den letzten Baum der Insel fällten - und ihn wahrscheinlich für die Produktion oder den Transport der riesigen und zunächst einmal für das Überleben völlig nutzlosen Steinmonumente verbrauchten. Den letzten Baum fällen hieß: Nie wieder einen neuen Baum säen oder anpflanzen zu können. Und es hieß auch: Keine Chance mehr zu haben, die Insel noch zu verlassen, um woanders neuen Lebensraum zu gewinnen. Es hieß schließlich ganz konkret: Sich selbst dem Untergang zu weihen.

Warum taten das die Osterinsel-Menschen, fragt sich Diamond. Und warum taten sie es ganz bewußt?

Ein Aspekt, den der Wissenschaftler anführt, ist das von ihm sogenannte “Landschafts-Gedächtnis”. Menschen können sich bei einem langsamen Wandel ihrer Umwelt ganz einfach nicht mehr konkret daran erinnern, wie die Landschaft noch vor zehn oder zwanzig Jahren aussah. Es gibt Gewöhnungseffekte - und die Erinnerung, dass einst ein großer Wald dort stand, wo jetzt nur noch einzelne Bäume zu finden sind, ist kein spektakuläres Aha-Erlebnis.

Auf unsere Zeit und Gegenwart übertragen: Wie sehr spielt uns unser “Landschaftsgedächtnis” einen Streich, wenn wir heute über Klimaänderungen diskutieren? Glauben wir nicht auch, dass die letzten heißen Sommer und die letzten warmen Winter eigentlich nicht so schlimm sind? Unterliegen wir nicht auch dem Problem, dass es keine Klima-Katastrophe, sondern nur eine schleichende Entwicklung gibt? Arrangieren wir uns nicht Jahr für Jahr, Jahrzehnt für Jahrzehnt mit mehr Stürmen, weniger Gletschern, höheren Meeresspiegeln, längeren Trockenperioden? Und glauben wir nicht auch, eigentlich haben wir alles im Griff und eigentlich ist alles nicht so schlimm?

So, wie wahrscheinlich die Osterinsulaner auch dachten, als aus ihrer grünen Insel peu à peu ein karstiger Felsen wurde. Irgendwie ging es ja noch und immer weiter. Weshalb also auf Statussymbole wie die Steinmonumente verzichten? Bis eben der letzte Fürst oder Priester den letzten Baum fällen ließ - und die Kultur jämmerlich und unter viel Leid vieler Einzelner (Krieg, Verhungern, Verdursten…) ausstarb.


Add comment Februar 5, 2007

Geschäftliche Zeiten

Hamburg hin und zurück. Durch luftige Nebelbänke. Durch bayerisches Wolkengebirg. Durch dunkelblauschwarze Flugzeugschleifen. Durch Geduldsproben. Und einem extra Flügelschlag über der Queen Mary, die satt und ganz beengt im Trockendock liegt und auf ein neues Kleid wartet. Man reist und reist und reist, düst und jetet und kommt an in Restaurants und Redaktionsstuben, redet und parliert mit Menschen, die man nicht kennt, auch nicht kennen lernen wird über den Stundenhorizont hinaus, dann schaukelt man mit Taxen dort vorbei, wo das Leben eigentlich lebt und haust, schaukelt und taxametert zurück zum Flughafen, düst und jetet erneut, lässt Handyquakende Menschen an sich vorüber ziehen, wartet und döst, schlecht sitzend, schlecht verbogen, schlecht verdauend, lässt Zeit vorüber rinnen, teilnahmslos fast, obwohl es doch die eigene Lebenszeit ist – die eigene.


Add comment Februar 3, 2007

Verbreitungszeiten

Auf einer Zugfahrt sagte ein mitfahrender Arzt zu mir:
“Die besten Überträger des Vogelgrippe-Virus sind derzeit die Medien.”

Na bitte!


Add comment Februar 1, 2007


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