Schach in Belgrad
Januar 18, 2008
Die Ephemeridenzeit lacht über einen Treppenwitz der Geschichte:
Weil Anfang der 1990er Jahre sich der Ex-Schachweltmeister Bobby Fischer (gest. Januar 2008) über die von den USA über Serbien verhängten Sanktionen hinwegsetzte und noch einmal in Belgrad gegen seinen Schachrivalen Spasski spielte, wurde gegen ihn vom FBI ein internationaler Haftbefehl ausgestellt.
Man kann vom Antisemiten und Exzentriker Fischer halten, was man will – aber ein Schachspieler als verfolgungswürdiger Sanktionsbrecher? Da fragt sich die Ephemeridenzeit, wie die amerikanischen Behörden eigentlich selbst mit Sanktionen umgehen? Gab es da nicht einmal diese Contra-Affäre, als unter der Reagan-Willkür flugs ein paar illegale Waffengeschäfte mit den Iranern getätigt und von den Erlösen die rechtsgerichteten Contras in Nicaragua unterstützt wurden?
Vielleicht wünschen sich eines Tages die allmächtigen Herren Weltpolizisten, dass man in Tansania nicht mehr Gummitwist spielt? Und in Grönland das Curling boykottiert wird? Und man auf Bali das Regenwurm-Rennen verbietet?
Was noch? - fragt sie die Ephemeridenzeit und ruft ein weltweites FBI-Verbot aus. Aber nur vorsorglich, damit uns in Europa die Teilnahme an den diesjährigen Fußballmeisterschaften nicht etwa noch untersagt wird.
Übrigens und zur Kenntnisnahme: Das war einmal wieder Satire. Denn die Ephemeridenzeit kann natürlich das FBI nicht verbieten – höchstens die Vogelgrippe und Schluckauf.
Entry Filed under: Nachgelacht. Schlagworte: Belgrad, Contra Affäre, FBI, Fischer, Schachspieler, Schachweltmeister, Serbien, Verbote.
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