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Neue Wirtschafts-Ethik: Die Bahn kommt!
Ein ausgehandelter und von beiden öffentlich akzeptierter Vertrag liegt vor – und seit Wochen nun weigert sich der Bahnvorstand, diesen zu unterschreiben? Stattdessen zaubert man einen zusätzlich, nicht ausgehandelten Grundlagenvertrag aus dem Hut und wundert sich nun, dass der Verhandlungspartner (vulgo die Lokführer) nicht amüsiert reagiert. Wessen Geist weht da eigentlich durch die Bahn-Zentrale?
Die Ephemeridenzeit schlägt im Angesicht einer solchen Geschäftspraxis vor, zukünftig in ganz Deutschland einmal ausgehandelte Verträge grundsätzlich einseitig zu den eigenen Gunsten verändern zu dürfen. Zwischen Mietern und Vermietern beispielsweise könnten spannende Verhältnisse entstehen (miete eine Wohnung, beziehe zwei). Auch Autohändler (verkaufe VW Touran, liefere VW Polo), Banken (biete 3,5 Prozent Sparzinsen, überweise nichts) oder Skiliftbetreiber (verlange kompletten Fahrpreis, fahre nur halbe Strecke) könnten fantasievolle Modelle der Zusammenarbeit kreiieren.
Genau so etwas, lieber Bahnvorstand, schwebt Ihnen vielleicht ja vor, und Sie sind unserer Zeit damit weit voraus. Vielleicht wissen Sie bereits vor uns, dass Zuverlässigkeit und Ehrenhaftigkeit zukünftig überflüssig gewordene Sekundärtugenden sind, die längstens schon die Mottenkiste gehört hätten. Höchste Eisenbahn also, dass wir bei Herrn Mehdorn und Co in die Ethikschule gehen!
Add comment März 7, 2008