Archive for 25. März 2008

Achtung Stromlücke!

Also, diese Stromlücken, vor denen muss man einfach warnen. Gestern beispielsweise ist Meiers Liese aus dem Nachbarhaus in eine ‘neingedappt, drei Meterfuffig war die tief, also die Stromlücke, nicht die Liese, einfach so aufgetan auf’m Bürgersteig und schwupps, weg war se, die Meier. Ja, und vor ein zwei Wochen oder so, das muss man mal so sagen, da is’ sogar der Autobus, also die Linie Sieben, fast in so eine Stromlücke reingefahren. Nicht auszudenken, was da hätte passieren können! Da sitzen doch immer die Frauen im Landbund drin, immer im 8 Uhr-Bus, und fast wären die, also – man kann’s ja immer noch nicht so richtig glauben. Und was macht die RWE? Richtig: Nüscht machen die. Die reden immer nur von der Stromlücke und das die jetzt bald immer häufiger kommt und unserereiner wagt sich doch gar nicht mehr aus’m Haus, also, wenn se mich fragen: Ein Skandal ist das!

Die Ephemeridenzeit hat aber gar nicht gefragt.
Aber vielleicht sollte man einmal die RWE fragen, wann sie nun wirklich kommt, die ‘Stromlücke’?

Add comment März 25, 2008

Chinesische Administration korrigiert Presse-Bildunterschriften

Den lupenreinen Demokraten der chinesischen Zentralregierung ist ein bösartiger Missstand in der deutschen Presse aufgefallen und haben nun öffentlich Protest dagegen eingelegt.

Der Kasus knacktus: Eine schrecklich verzerrende Bildunterschrift in der Berliner Morgenpost. Haben doch die scharf schauenden Augen der Süßsauer-Zensur-Fraktion erspäht, dass ein laut Springer-Postille angeblich von chinesischen Polizisten verhafteter Tibet-Junge in (Pekings echter, wahrer, mindestens doppelt geprüfter) Wirklichkeit ein armes, vom tibetanischen Mob angefallenes Wesen ist, welches von der heroischen Polizei vor weiteren schlimmen Übergriffen geschützt wird.

‘Prima!“, will die Ephemeridenzeit gratulierend rufen. Lernen die Ex-Maoisten doch schneller als erwartet von den 1936 so erfolgreich praktizierten Brot-und-Spiele-Gaukeleien, bei denen schon damals die netten Jungs von der SchuPo (‘Schutzpolizei’) die arme Berliner Arierminderheit vor dem aufgehetzten Judenmob schützte und die ausländische Presse durch hinreichend hilfreiche Kontrollmaßnahmen auf den rechten Pfad der ausgewogenen, vulgo staats-und-spiele-freundlichen Berichttugend führten.

Hoffentlich allerdings erinnern sich unsere so hochwohlgelobten Öffentlich-Rechtlichen im Spätsommer noch an das chinesische Presse-’korrektiv’, wenn es wieder fröhlich-sportlich ums Geld – äh Gold! -geht.

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