Chinesische Administration korrigiert Presse-Bildunterschriften
März 25, 2008
Den lupenreinen Demokraten der chinesischen Zentralregierung ist ein bösartiger Missstand in der deutschen Presse aufgefallen und haben nun öffentlich Protest dagegen eingelegt.
Der Kasus knacktus: Eine schrecklich verzerrende Bildunterschrift in der Berliner Morgenpost. Haben doch die scharf schauenden Augen der Süßsauer-Zensur-Fraktion erspäht, dass ein laut Springer-Postille angeblich von chinesischen Polizisten verhafteter Tibet-Junge in (Pekings echter, wahrer, mindestens doppelt geprüfter) Wirklichkeit ein armes, vom tibetanischen Mob angefallenes Wesen ist, welches von der heroischen Polizei vor weiteren schlimmen Übergriffen geschützt wird.
‘Prima!”, will die Ephemeridenzeit gratulierend rufen. Lernen die Ex-Maoisten doch schneller als erwartet von den 1936 so erfolgreich praktizierten Brot-und-Spiele-Gaukeleien, bei denen schon damals die netten Jungs von der SchuPo (’Schutzpolizei’) die arme Berliner Arierminderheit vor dem aufgehetzten Judenmob schützte und die ausländische Presse durch hinreichend hilfreiche Kontrollmaßnahmen auf den rechten Pfad der ausgewogenen, vulgo staats-und-spiele-freundlichen Berichttugend führten.
Hoffentlich allerdings erinnern sich unsere so hochwohlgelobten Öffentlich-Rechtlichen im Spätsommer noch an das chinesische Presse-’korrektiv’, wenn es wieder fröhlich-sportlich ums Geld – äh Gold! -geht.
Entry Filed under: Nachgelacht. Schlagworte: China, Journalisten, Olympische Spiele, Politik, Pressefreiheit, Tibet, Zensur.
Trackback this post | Subscribe to the comments via RSS Feed