Thüringen: Rudolstadt darf sich schämen
April 13, 2008
Aus dem Thüringischen Rudolstadt ist eine Pfarrersfamilie nach sieben Jahren Diskriminierungen, Schmähungen, Beleidigungen und Bedrohungen in das Rheinland abgewandert. Der ‘Grund’: Die Frau in der siebenköpfigen Familie hat eine indische Mutter – und das ist ihr anzusehen.
Wieder ein Hinweis dafür, dass der Osten Deutschlands noch längst nicht bei Gastfreundschaft, demokratischen Grundwerten und so etwas wie Menschlichkeit angekommen ist. Vielleicht sogar – so spekuliert die Ephemeridenzeit – will so manch’ Ostdeutscher die Mauer doch wieder haben. Damit man sich dahinter schön gemütlich verschanzen kann.
Gegen so viel Schweinerei in den Köpfen einiger, die der Frau zuriefen, dass man „so etwas wie Dich früher zwangssterilisiert“ hätte, helfen jedenfalls keine Politikerparolen – wie das Plakat an der Rathauswand, welches seit einigen Tagen verkündet: ‘Wir sind fremdenfreundlich!’. Es lässt sich nur hoffen, dass jeder einzelne Rudolstädter, der irgendwann einmal solche Gemeinheiten von sich gab, in fremde Länder ziehen muss. Und sie einstweilen in ihrem kleinstbürgerlichen Saft weiterkochen dürfen.
Die Ephemeridenzeit jedenfalls empfiehlt niemanden, dort als Unternehmer oder Investor hinzugehen. Wer weiß, was die gastfreundlichen Rudolstädter alles mit einem anstellen, nur weil man beispielsweise aus Bayern kommt.
Entry Filed under: Nachgedacht. Schlagworte: fremdenfeindlich, Gesellschaft, Politik, Rudolstadt.
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