Archiv für Mai 16, 2011
Griechenland pleite?
Ja, die Hellenen. Dem Vernehmen nach – also dem allgemeinen Duktus unserer Populisten folgend – haben sie jahrelang gesungen und getanzt und nix gearbeitet. Und nun wachen sie auf, reiben sich die Augen und sind mit 330 Milliarden Euro Miesen pleite.
So weit, so schlecht.
Denn wo sind die schönen Euronen denn hin? So ein Batzen Geld verschwindet ja nicht ins Nirgendwo. Weshalb ein genauer Blick lohnt: Angenommen, der Ottonormalgrieche hat vor zwei Jahren einen schönen Volkswagen gekauft. 20.000 Euro hat der gekostet, der Otto Normalodreo hatte aber nur 5.000 Euro flüssig. Also hat er sich bei seiner Bank 15.000 Euro geliehen und den Kaufpreis an die Volkswagen AG überwiesen. Das hat die Menschen in Wolfsburg gefreut, konnten sie sich doch über schöne Verkaufszahlen und sichere Arbeitsplätze und pünktliches Gehalt freuen. Und die Bank, die dem Griechen Otto das Geld lieh, bekam bisher etwa 12 % Zinsen.
Wo also liegt nun das wirkliche Problem? Der Autohersteller hat das Geld bekommen (und weil die deutsche Wirtschaft ganz schön viel nach Griechenland verkauft, die insgesamt). Der Ottonormalgrieche hat bisher sämtliche Zinsen bezahlt und auch die Tilgung. Verbleibt also das Risiko bei den Banken.
Weshalb jedoch sollen nun (wieder einmal) Marktmechanismen ausgehebelt werden – sprich: Banken vor ihrer Gier und ihrer Dummheit geschützt werden. Denn nicht die Griechen haben über ihre Verhältnisse gelebt, sondern die Banken. Sie hätten irgendwann bei sichtbaren Ausfallrisiken Geld nicht mehr verleihen dürfen an Hellas.
Behauptet mit freundlichen Grüßen die Ephemeridenzeit
Mai 16, 2011 at 8:27 nachmittags Hinterlasse einen Kommentar
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