Archiv für Mai 17, 2011

Wutbürger und Strompreis

Atomausstieg? Ja klar! Aber das wird teuer. Mindestens, also ganz sicher… auf jeden Fall… vier oder fünf Cent pro Kilowattstunde. Da kommen schnell pro Haushalt und Jahr ein paar Hundert Euro zusätzliche Belastung zusammen…

So die Logik der großen Energieversorger.

Aber irgendetwas stimmt da nicht, weiß die Ephemeridenzeit. Und tatsächlich: Die PR-Leutchen von E.on, Vattenfall, RWE und Co malen das Schreckgespenst Verteuerung an die Wand, um den Ausstieg aus der für sie so profitablen Atomenergie zu verhindern. Denn in Wirklichkeit wirken sich nirgendwo auf der Welt Investitionskosten auf den Preis eines Produkts aus – sondern: Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Statt Teuerung führen Investitionen häufig vielmehr zum Gegenteil. Zu höherer Effizienz und damit zu höherer Profitabilität. Schließlich müssten die Energiekonzerne für Sonne und Wind beispielsweise nichts mehr bezahlen – im Gegensatz zu teurem Uran. Denn das Zeug ist auf dem Weltmarkt schon längst nicht mehr umsonst zu haben.

Und übrigens: Auch die Wutbürger, die die neuen Stromtrassen angeblich allüberall verhindern wollen, sind eine reine Erfindung der Stromgiganten. Ja, es gibt ein paar dieser Bürgerbewegungen im weiten Rund der Republik verteilt. Aber die sind beileibe keine Massenbewegung, kein Trend, welcher dem armen, ach so bemüten Konzernen die Suppe versalzt. Oh nein. Die Wutbürger dienen nur als Feigenblättchen dafür, dass man tatsächlich nicht investieren mag, sondern lieber den fetten Profitrahm aus den AKWs abschöpfen will.

Ein Schelm also, wer denkt, die Atomlobby würde die Hände in die Schoß legen, wenn es darum geht, ihre Pfründe zu verteidigen. Glaubt: Die Ephemeridenzeit

Mai 17, 2011 at 5:02 nachmittags Hinterlasse einen Kommentar


 

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